Grüne Zäune

Bewachsene und blühende Zäune bereichern und beleben das Ortsbild. Warum nicht einmal darüber nachdenken, Maschendraht- oder Doppelstabmattenzäune mit Stauden, Rosen oder Kletterpflanzen zu begrünen bzw. zu hinterpflanzen? Besonders beeindruckend finde ich immer wieder Kletterrosen. Rosen sind allerdings nicht überall geeignet, da sie Sonne brauchen; außerdem sind die sogenannten Dornen eigentlich Stacheln, die an engen Stellen wie z. B. Gehwegen die Nutzung des Weges einschränken können. Hohe Stauden können einfach am Zaun angebunden werden und bieten gleichzeitig eine Stütze. Ich erinnere mich gut an eine Bäuerin, die jedes Jahr hohe Dahlien am Zaun pflanzte und damit ein wunderbares Gestaltungselement auf dem Weg zur Kirche schuf. Ebenfalls schön sind hohe Stockrosen am Zaun, die gerne in Bauerngärten gepflanzt werden. Eine Mauer aus reinem Naturstein finde ich freundlicher als z. B. Gabionen oder mit Kunststoff bespannte Zäune. Allerdings können auch diese Zäune teilweise berankt oder begrünt werden, was vor allem lange Strecken optisch aufwertet. Bei Gabionen könnte ich mir an sonnigen Stellen Weinreben gut vorstellen, weil Befestigungsmöglichkeiten vorhanden sind und die Steine Wärme speichern. Bei Weinreben sollte auf Sorten geachtet werden, die von Wespen wenig genutzt werden; außerdem kann eine beträchtliche Breite entstehen, die berücksichtigt werden sollte. Als Hinterpflanzung sind z.B. Trompetenwinden mit den meist roten, wunderbar mediterran wirkenden Blüten für sonnige Standorte geeignet. Wenn die Blüten über die Mauer hinweg schauen, entsteht sogar ein südlicher Flair. Vielfach werden auch bewachsene Efeuelemente verwendet, die sehr schön sein können. Bei sehr häufigem Einsatz dürfte jedoch, ähnlich wie bei Thujahecken, ein Sättigungseffekt eintreten. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Efeu nahezu überall hin- und hinaufwächst. An Bäumen, die einer Baumkontrolle bedürfen, sollte kein Efeu hochwachsen, und in Staudenbeeten kann Efeu zu ernsthafter Konkurrenz werden. Für kleine Flächen oder kurzfristige Lösungen bieten sich einjährige Kletterpflanzen an. Die Schwarzäugige Susanne, Trichter- oder Prunkwinde, Glockenrebe oder Feuerbohnen können für ein Jahr den Garten und sein Umfeld bereichern. Vielleicht finden Sie Gefallen an den Möglichkeiten und bringen so mehr Grün, Farbe und Blüten in die Randbereiche Ihres Gartens.