Eine der einfachsten Veredlungsmethoden ist das Pfropfen hinter die Rinde. Mit einer Pfropfung werden gerne ältere Obstbäume umveredelt, v.a. wenn man mit der Sorte nicht zufrieden ist oder eine zweite Sorte an einem Baum haben möchte. Diese Veredlungstechnik kann aber nur angewendet werden, wenn sich die Rinde vom Holzkörper leicht löst. Im Prinzip wird ein Ast am Baum abgeschnitten, ein Schnitt mit dem Messer durch die Rinde senkrecht zur Schnittstelle vorgenommen und die Rinde leicht abgelöst. Das Edelreis wird mit einen Kopulationsschnitt, ähnlich einem langen „Salamianschitt“ angeschnitten und auf ca. 3 bis 5 Augen gekürzt. Danach wird das Edelreis in die Rindentasche geschoben, mit Bast oder einen Band fest umbunden und alle Schnittstellen mit Veredlungswachs verstrichen. Je dicker der abgeschnittene bzw. abgeworfene Ast ist, desto mehr Edelreiser werden eingesetzt. Wichtig ist, nicht in die Schnittstellen zu fassen und sich beim Schnitt nicht zu verletzen. Angetriebene Reiser versprechen i.d.R. keinen Erfolg mehr, hier braucht man Reiser die bereits im Winter geschnitten wurden.
Im Internet gibt es viele Beschreibungen und Videos zu dem Thema, schauen Sie einfach mal, was es an Wissen gibt – notfalls dann erst fürs nächste Jahr, aber dann gut vorbereitet.
Foto: Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)
