Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich in meiner Kindheit anstatt aus Kürbissen aus „Saurüben“ schaurige Gesichter geschnitzt und diese dann mit Kerzen beleuchtet aufgestellt habe. Die ersten Rübengeister habe ich mit meinem Vater in der Garage geschnitzt. Der Grund war mir nicht näher bekannt, aber es hat Spaß gemacht. Bei meiner Recherche fand ich nun heraus, dass der Anlass diese Brauches Not und Hunger war. In den Nachkriegsjahren haben hungrige Kinder mit den Rübengeistern um Essen gebettelt. Mancherorts mag es darüber hinaus Verbindungen zu regionalen Licht-, Wärme- oder Erntedank-Traditionen geben, aber insgesamt wurde der Brauch vom heutigen Halloween mit der Forderung „Süßes oder Saures“ abgelöst. Nicht nur, dass Futter- oder Runkelrüben fast nicht mehr angebaut werden, Kürbisse sind einfacher erhältlich und leichter zu verarbeiten. Sollten Sie die Tradition der Rübengeister weiterführen wollen, kann eine Aussaat ins Freiland ab etwa Mitte April bis Mitte Mai geschehen. Der Saatabstand beträgt etwa 20 bis 30 cm in der Reihe bei einem Reihenabstand von ca. 40 bis 50 cm. Damit die Rüben gut wachsen, ist eine Düngung mit ausreichend Stickstoff und Kalium erforderlich. Futterrüben sind für viele Kleintiere als Futter geeignet und es findet sich auch manches Rezept, um den eigenen Speiseplan zu bereichern. Auf den ersten Blick habe ich z.B. knusprige Ofenrüben, Rübensuppe oder Futterüben als Bestandteil von Salaten gefunden. Auch die Blätter sind verwendbar, wobei hier der Oxalsäuregehalt zu beachten ist, welcher bei steigender Düngung zunimmt. Wie auch bei Spinat oder Mangold kommt es auf die aufgenommene Menge sowie die Zubereitung an. Schwangere und Menschen mit Nierenproblemen sollten bei Oxalsäure vorsichtig sein oder diese ganz vermeiden. Zugegeben: selbst in der Zeit, als meine Großeltern noch Futterüben angebaut haben, wurden diese nicht mehr in der Küche verwendet.
Mittlerweile sind aber so viele neue Zutaten im Handel, dass es einen Versuch wert sein kann, mit einem fast vergessenen Gemüse zu kochen.
